Eigener WordPress oder WordPress.com – zwei Hostingvarianten im Vergleich

Eigener WordPress oder WordPress.com – zwei Hostingvarianten im Vergleich
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  • Beitrag veröffentlicht:April 4, 2021
  • Beitrags-Kategorie:Web / WordPress
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  • Lesedauer:4 min Lesezeit

Bis dato habe ich diesen Blog auf WordPress.com hosten lassen. Damit soll nun Schluss sein.

Man kann seinen Blog hosten lassen oder selbst hosten. In diesem Eintrag möchte ich die beiden Varianten gegenüberstellen und meine Beweggründe teilen warum, ich meinen Blog künftig selbst hosten werde. Für euch kann ein anderes Ergebnis herauskommen, daher lest euch gerne die Argumente durch und wägt selbst ab!

Übersicht

WordPress ist mit ca. 40 % Anteil an allen Content-Management Systemen das am weitesten verbreitete für Webseiten. Unter einer Million der meistbesuchten Websites nutzt rund ein Drittel WordPress.

Die Firma Automattic betreibt unter anderem die beiden Seiten WordPress.org und WordPress.com. Ersteres ist die Seite auf der die Open-Source-Software WordPress vorgestellt und verwaltet wird. Zweiteres ist eine Webseite, mit der man auf einen fertig konfigurierten und online gestellten WordPress zurückgreifen kann ohne sich mit der darunterliegenden Technik auseinandersetzen zu müssen.

Lasst uns in die Bücher gehen…

Einrichtung

Die Einrichtung von WordPress.com ist ziemlich einfach gehalten. Man muss sich einen Account erstellen und ein Theme aussuchen und schon kann man anfangen die ersten Blogbeiträge zu schreiben. Wer Geld in die Hand nimmt, kann hier sogar eine eigene Domain registrieren.

Bei der selbst gehosteten Variante muss man sich zunächst mit allerlei technischen Hürden auseinandersetzen. Man braucht einen Server, auf dem die WordPress Software läuft, eine SQL Datenbank für das Backend, eine Domain, ein signiertes SSL Zertifikat und so weiter…

Bei der Einrichtung geht der Punkt ganz klar an die fremd gehostete Variante: 0-1

Kosten

Der eigene Blog ist auf WordPress.com erstmal kostenlos. Allerdings wird man schnell feststellen, dass man mit Echtgeld deutlich mehr bekommt.

Es werden unterschiedliche Tarifpakete angeboten die aufeinander aufbauen und mehr Features bieten je mehr Geld man auf den Tisch legt. Hier ein Auszug:

  • Domain
  • Jetpack Plugin
  • Support per Email
  • mehr Themes, Plugins & Designoptionen
  • Speicherplatz
  • Werbefreiheit oder Monetarisierung
  • Vertriebs Features
  • Videos
  • E-Commerce Features
Paket Kosten im Monat Speicherplatz
Gratis 0 € 3 GB
Persönlich 4 € 8 GB
Premium 8 € 13 GB
Business 25 € 200 GB
E-Commerce 45 € 200 GB

Beim selber hosten muss man sich natürlich selbst um diese ganzen Features kümmern. Welche man braucht und welche nicht ist natürlich individuell.

Trotzdem hier ein paar Kostenanregungen:

Item Kosten im Monat
VM (B1S* bei Azure) ~3-7 €
Statische IP (bei Azure) ~3 €
.de Domäne (bei Strato) 1 €
SSL Zertifikat (bei LetsEncrypt) 0 €

*mehr Leistung = mehr Kosten

Was man braucht und was man nicht, braucht, ist natürlich von deinen Vorstellungen abhängig. Will man das Bloggen erstmal nur ausprobieren tut es sicherlich der Gratisblog von WordPress.com. Um professioneller zu wirken, muss man in beiden Fällen Geld in die Hand nehmen. Will man auf leistungsintensive serverseitige Berechnungen zurückgreifen wird man um die selbst gehostete Variante nicht drum rumkommen.

Ich denke hier haben wir ein Unentschieden: 1-2

Erweiterbarkeit

Die WordPress Community hat mittlerweile tausende von Plugins entwickelt, die man auf dem eigenen WordPress einsetzen kann. Diese können über im Adminmenü gesucht, installiert und konfiguriert werden.

Einige der beliebtesten Plugins stehen auch auf WordPress.com zur Verfügung. Hier ist die Auswahl allerdings deutlich kleiner. So habe ich etwa beim Aufsetzen meines ersten Blogs keine Möglichkeit gehabt Posts in Git-Flavoured Markdownschreibweise zu schreiben. Manch andere nützliche Tools wie das Google Analytics Plugin sind erst bei bezahlten Tarifen installierbar.

Objektiv geht dieser Punkt an die selbst gehostete Variante: 2-2

Rechtliches

Der letzte Punkt ist rechtlicher Natur…

Will man auf die Services von WordPress.com zurückgreifen muss man sich natürlich an deren Regeln halten. Diese sind in den Terms of Services festgelegt. Darüber hinaus ist anzumerken, dass WordPress.com in den USA sitzt und man sich so auch dem US Recht beugen muss. So ist in den TOS beispielsweise geregelt, dass man die Services nicht nutzen darf, wenn man auf der Schwarzen Liste der USA geführt wird (Punkt 19).

Nebenbei: Auf manchen Blogs findet man die Information, dass man die Rechte an den eigenen Inhalten an WordPress.com abtritt. Dem ist nicht so. In den TOS ist das in Punkt 8) A) wie folgt ausgedrückt:

Deine Inhalte gehören uns nicht und du behältst alle Eigentumsrechte an den Inhalten, die du auf deiner Website veröffentlichst.

Auch dieser Punkt geht klar an die selbst gehostete Variante: 3-2

Mein Fazit

Ich persönlich bin auf die selbst gehostete Variante gegangen, weil ich gerne mehr Plugins nutzen will, auf die ich teilweise sonst keinen Zugriff gehabt hätte:

  • GDPR Cookie Consent
  • Options for Twenty Twenty-One
  • Site Kit by Google
  • Statify
  • WP Githuber MD

Da ich seit einiger Zeit sowieso einen eigenen Kubernetes Cluster betreibe, kann ich auf diesen zusätzlich noch einen WordPress und einen SQL Container laufen lassen. Dadurch kann ich den Blog quasi ohne weitere Kosten hosten – bis auf den Domainnamen.

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